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Die Fanprojekte Der FC Erzgebirge Aue, das frühere Wismut Aue, war zu DDR-Zeiten einer der Vereine, die darunter litten, dass die besten Spieler zu staatsnäheren Klubs delegiert wurden. Aus diesen Erfahrungen entwickelte sich rund um das wunderschön gelegene Stadion im Lößnitztal eine besondere Atmosphäre mit einem widerspenstigen Geist.
Das Fanprojekt in Aue gibt es seit Juni 1996. In den ersten zehn Jahren war die Situation von denkbar schlechten strukturellen Rahmenbedingungen und einer sehr geringen finanziellen Unterstützung geprägt, sodass die Arbeit zumeist nur auf ehrenamtlicher Basis geleistet werden konnte. Doch seit 2005 geht es aufwärts: Im dritten Jahr des FC Erzgebirge Aue in der 2. Liga wurde auf städtischer Seite endlich die Notwendigkeit einer kontinuierlichen professionellen Arbeit anerkannt. Eine ausgewiesene Streetworker-Planstelle in der Trägerschaft des Kreisjugendrings Erzgebirge e. V. wurde dem Fanprojekt zugewiesen.

Seit Juni 2007 leitet mit Michael Scheffler ein ausgebildeter Sozialpädagoge das Auer Fanprojekt. Ihm zur Seite steht seit Oktober 2008 mit Frank Steinbach ein weiterer fest angestellter Mitarbeiter. Durch eine vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme wird zudem Karolin Hambeck mindestens noch zwei Jahre im Projekt tätig sein. Insgesamt also eine positive Entwicklung, die auch durch den Abstieg in die 3. Liga nicht aufgehalten wird.
Die im November 2007 neu bezogenen Räume des Fanprojekts haben sich bereits als fester Anlaufpunkt für jugendliche Fußballfans etabliert. Zudem wurde ein Büro der Ultras Aue im Fanprojekt integriert. Viele der aktiven Auer Fans fühlen sich der Gewaltfreiheit und dem Kampf gegen Rassismus verpflichtet und unterstützen das Fanprojekt in seiner Tätigkeit. Das vom Fanprojekt herausgegebene Fanzine Schachtscheisser erscheint seit über 10 Jahren mit ca. 350 Exemplaren pro Auflage. Das Heft versteht sich als Sprachrohr der Fans und begleitet sowohl den Verein als auch die Entwicklung der aktiven Fanszene in Aue.
Seit 2003 wird in Zusammenarbeit mit dem Jugend-, Kultur- und Sozialzentrum Aue e. V. jährlich ein Turnier durchgeführt, das unter dem Motto Tolerant am Ball steht. Gefördert wurde dieses multikulturelle Turnier 2008 über das Bundesprogramm Vielfalt tut gut. Ein weiteres Highlight in der Arbeit des Fanprojekts findet mit dem Andreas-Zeise-Cup stets im Dezember des Jahres statt. Zum Gedenken an den verstorbenen Gründer des Fanprojekts wurde ein Wanderpokal gestiftet, um den die Fan-Teams spielen.
Wegen der jahrelangen Weigerung des Landes Sachsen, Fanprojekte ausreichend und speziell zu fördern, bewegte sich der infrastrukturelle Standard des Auer Fanprojekts lange am unteren Rand des Vertretbaren. Durch die mittlerweile bewilligte Finanzierung erwarten wir jedoch einen positiven Schub. Neben in den vergangenen Monaten durchgeführten Veranstaltungen und Angeboten (Fanabende, Fußballkino, Lesungen, Schulprojekt, Fußballturniere, U16-Fahrten usw.) soll der inhaltliche Rahmen des Auer Fanprojekts in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Bundesweit viel Lob bekommt die gastfreundliche Atmosphäre im wunderschön gelegenen Erzgebirge-Stadion. Hieran mitgewirkt hat in besonderer Weise das Fanprojekt, dessen „Fan-Bude“ vorm Stadion den eigenen Fans als weitere Anlaufstelle dient. Dass die Fanprojektarbeit unerlässlich ist, beweisen nicht nur die Vorkommnisse um sogenannte „Ost-Derbys“. Auch die Spiele der zweiten Auer Mannschaft sorgten für negatives Aufsehen. Durch die professionelle Zusammenarbeit der Verantwortlichen (Verein, Polizei, Sicherheitskräfte, Ordnungsdienst, Fanprojekt, Fanbeauftragter) in Vorbereitung auf solche Spiele ist es gelungen, gerade bei brisanten Spielen Zahl und Intensität der Zwischenfälle zu senken.
Karolin Hambeck, Michael Scheffler (Leitung), Frank Steinbach
Bahnhofstraße 37
08280 Aue
Tel./Fax (03771) 735884
E-Mail fanprojekt-aue(at)t-online.de
Homepage www.fanprojekt-aue.de
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