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Die Fanprojekte 
Das Fanprojekt Babelsberg hat sich in den Jahren seiner Tätigkeit einen festen Platz in der Jugendhilfelandschaft in Potsdam erarbeiten können. Neben der klassischen einzelfallbezogenen Sozialarbeit zeichnet sich das Potsdamer Projekt durch eine Vielzahl kritisch-jugendpolitischer Initiativen aus, die die antirassistische und eher linksorientierte Fanszene von Babelsberg 03 bei deren Initiativen zu zivilgesellschaftlichen Protestformen begleitend berät und unterstützt.
Viel Aufmerksamkeit zog beispielsweise die von der Fanszene ausgehende Initiative Fußballfans beobachten die Polizei auf sich, die die Problematik angemessenen polizeilichen Verhaltens im Sicherheitsdiskurs um jugendliche Fankultur betont. Natürlich stieß diese Initiative nicht bei allen Institutionen auf große Begeisterung, hat aber nach übereinstimmenden Aussagen, auch aus den Reihen der Polizei, dazu beigetragen, dass sich die Situation rund um die Babelsberger Fanszene insgesamt entspannt hat.

Als die langjährige Arbeit des Fanprojekts Babelsberg im Juli 2007 durch die Ehrengabe zum Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit ausgezeichnet wurde, bildete dies den krönenden Abschluss der Fußballsaison 2006/2007 und sorgte bundesweit für Aufsehen und Anerkennung. In der zweiten Jahreshälfte 2007 stellten sich dem Fanprojekt dagegen die bislang wohl schwierigsten pädagogischen Herausforderungen.
Der nach vierjähriger Oberligazugehörigkeit lang ersehnte Aufstieg in die drittklassige Regionalliga Nord 2007 hatte neben seiner sportlichen und wirtschaftlichen Bedeutung für den SV Babelsberg 03 auch den Begleiteffekt, auf eine stattliche Anzahl von Traditionsfußballvereinen aus der ehemaligen DDR-Oberliga und der alten BRD-Bundesliga zu treffen. Dabei verfügen Mannschaften wie Dynamo Dresden, 1. FC Magdeburg oder Eintracht Braunschweig nicht nur über große traditionelle Fanszenen, sondern eben auch über spezifische jugendliche Fansubkulturen mit teils gewaltorientiertem Habitus.

Die neue Ausgangssituation in Verbindung mit einer auch in Potsdam tendenziell der Gewalt offenstehenderen Generation von Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren und der insbesondere bei Auswärtsspielen in den alten Bundesländern (z. B. Emden und Ahlen) oft situativ unangemessenen Vorgehensweise der Polizei schaffte neue Herausforderungen, denen sich die Fansozialarbeit stellen musste. So kann der Sozialarbeiter des Fanprojekts mit wohlwollender Unterstützung der Geschäftsleitung des Diakonischen Werks neue Ansätze entwickeln und umsetzen:
Dieser neue Bildungsansatz gesteht dem Sozialarbeiter eine aktivere Rolle in der Ausübung eines politischen Mandats für die jugendliche Zielgruppe zu – etwa als Mitgestalter kreativer Protestformen wie der friedlichen Demonstration am 24. Dezember 2007 in Ahlen oder als Mitautor im Autorenkollektiv der historisch-politischen Reihen im Fanzine Ultra Unfug, um hier jeweils die szeneinterne Kommunikation zu befördern.
Nach dem Verbleib in der neu strukturierten Regionalliga Nord (jetzt 4. Liga) stehen neben begleitender und beratender Tätigkeit für die jugendlichen Fußballfans in ihren Alltagssorgen in Familie, Schule, Beruf und Freizeit natürlich auch 2008 die mittlerweile zum Standardrepertoire gehörigen Fußballturnierteilnahmen in Berlin und Potsdam (beim alljährlichen Stadionfest Der Ball ist bunt) auf dem Programm.
Hier präsentierte sich nun auch die seit einigen Jahren aus der Kooperation mit der Bruno-H.-Bürgel-Schule entwickelte Mädchenbolzgruppe Chilli-Schoten, die ein- bis zweimal wöchentlich vom hauptamtlichen Mitarbeiter des Fanprojekts pädagogisch trainiert wird.
Barbara Paech, Felix Kruse
Fanprojekt Babelsberg
Diakonisches Werk
Karl-Gruhl-Str. 62
14482 Potsdam
Tel (0331)6203687Mobil (0160)7339319
E-Mail gregor(at)wildwuchs-potsdam.de
Homepage www.fanladen.babelsberch-14482.net
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