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Leipzig (FC Sachsen/BSG Chemie Leipzig, 1992)

Neben dem DFB und der Kommune kommt seit diesem Jahr auch der Freistaat Sachsen seinen finanziellen Verpflichtungen nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit nach. Dank dieser erfreulichen Veränderung und der neuen Förderrichtlinien des Freistaates stehen nun finanzielle Mittel zur Verfügung, die die personelle wie infrastrukturelle Situation verbessern können bzw. werden.

Der alte und bekannte Fantreff in der Gießerstraße musste wegen baulicher Schäden aufgegeben werden. Passende neue Räumlichkeiten wurden im letzten Jahr ausgebaut und renoviert. Weil diese Arbeiten doch sehr umfangreich waren, lag dementsprechend auch das Hauptaugenmerk auf der schnellstmöglichen Herrichtung des neuen Objekts. So wurden neben der eigentlichen pädagogischen Arbeit der Sozialtrakt und die Veranstaltungshalle renoviert. Dabei achtete man ganz besonders darauf, dass die potenziellen Nutzer des Fanprojekts kreativ und aktiv ins Renovierungsgeschehen eingebunden wurden. Gemeinsam mit den Fans wurde entrümpelt, Wände grundiert, tapeziert, gemalert, Laminat gelegt, Container mit Bauschutt befüllt, alte Fernwärmeleitungen entfernt etc.

Vorbereitung einer Choreo im FP

Dank finanzieller Unterstützung durch zahlreiche Sponsoren gelang es inzwischen, einen Großteil der Arbeiten fertigzustellen. So bietet das Fanprojekt genügend Platz, um Choreografien anzufertigen, Veranstaltungen durchzuführen und die Sportangebote zu nutzen. Hierbei sind der kreativen Entfaltung kaum Grenzen gesetzt.

Da ein sportliches Aufeinandertreffen durch die Ligazugehörigkeit aktuell ausgeschlossen ist, wird die Rivalität der beiden Bezugsvereine zu Lok Leipzig meist im Alltag ausgelebt. Hierbei spielen politische Ausrichtungen der verfeindeten Gruppen eine wesentliche Rolle. Die Zielgruppe war und ist die aktive Fanszene des FC Sachsen Leipzig, sprich die Ultras. Seit einiger Zeit entwickelten sich aber zwischen den Ultras (Diablos) und dem Verein unüberbrückbare Differenzen. Schließlich beschlossen die Ultras, ab dem Frühjahr 2008 kein weiteres Heimspiel des FCS zu besuchen. Das Fanprojekt versuchte zwischen den Ultras und der Vereinsführung zu vermitteln – vergeblich, da beide Seiten auf ihren Standpunkten beharrten und sich somit die Fronten verhärteten. So wurden statt der Heimspiele u. a. Fußballturniere, Arbeitseinsätze im Fanprojekt sowie ein Graffitiworkshop veranstaltet.

Inzwischen gründeten die Ultras einen eigenen Fußballverein. Unter dem Namen BSG Chemie Leipzig meldete man sich zum Spielbetrieb in der 3. Kreisklasse (12. Liga) an. Aus diesen Gründen sah sich auch das Leipziger Fanprojekt zu einer Neuausrichtung seiner Tätigkeit gezwungen. Die bisherigen Test- und Punktspiele der BSG Chemie Leipzig besuchten bis zu 500 Personen, wovon ca. 300 Personen unserer Zielgruppe entsprechen. Trotz dieser großen Zahl an Fans will das Fanprojekt aber auch nicht die Entwicklung beim FC Sachsen Leipzig aus dem Auge verlieren, da dieser in der Regionalliga das eine oder andere brisante Spiel austrägt und sicher auch dort eine veränderte Fankultur entstehen wird. Die bisherige Kooperation mit der BSG ­Chemie ist sehr konstruktiv, was unsere Arbeit erleichtert. So wurde beispielsweise ein Fansozialkonzept erstellt, das zeitnah umgesetzt werden soll.

Kurvenbild vom Spiel Chemie Leipzig – Böhlitz Ehrenberg III

Ein weiteres Standbein unserer Arbeit ist die individuell notwendige Einzelfallhilfe sowie das Ermöglichen von sportpädagogischen Angeboten. Zudem war und ist ein Schwerpunkt der Tätigkeit unter dem Dach des FP Leipzig die Mitarbeit im kriminalpräventiven Rat der Stadt Leipzig. Ein wesentlicher Punkt ist hierbei die Vernetzung und der Austausch mit verschiedenen Gremien, die im Zusammenhang mit Fußballspielen aktiv sind.


Fanprojekt Leipzig (FC Sachsen/BSG Chemie Leipzig)

Erik Fischer, Uwe Herziger, Christian Zomack

Kommandant-Prendel-Allee 63
04299 Leipzig
Tel./Fax (0341)3378080
E-Mail FP-Leipzig(at)t-online.de

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