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Frankfurt am Main (1984/1991/1995)

Seit über 25 Jahren gibt es mit Unterbrechungen soziale Fanarbeit in Frankfurt, wobei das aktuelle Projekt im Frühjahr 1995 ins Rennen ging. Mit der Einstellung von Stephan von Ploetz im Jahr 2000 nahm der Aufbau einer tragfähigen Beziehung zur Fanszene und zu allen Institutionen im Fußballumfeld großen Raum ein. Die Projektmitarbeiter begleiten alle Pflichtspiele, besuchen so oft wie möglich die Fantreffpunkte und nutzen darüber hinaus jede sich bietende Gelegenheit der Kontaktpflege. Wenn die ehemaligen Fanprojekt-Räumlichkeiten im Osten der Stadt nicht ausreichten, wurde für Fanaktivitäten auch schon mal ein alter Flugzeughangar oder ein Bürgerhaus angemietet. Schon damals war das äußerst selbstbewusste Selbstverständnis der Fanszene, exemplarisch das der Ultras, ein großes Thema und die Basis für die Arbeit des Fanprojekts. Im Oktober 2000 wurde die erste U16-Fahrt (nach Schalke) durchgeführt und im Juni 2001 mit der Fjørtoft-Tour nach Norwegen eine Serie beliebter Sommerfreizeiten gestartet. Von Anfang an waren Betreuer aus der Fanszene in die Projekte eingebunden.

Das Fanhaus entstand dank der Hilfe vieler aktiver Anhänger

Herausragende Elemente der Projektarbeit seit 2002 waren Vorhaben, in denen gemeinsam mit den Fans wertvolle Einrichtungen für die Fanszene entstanden sind. So errichtete man im Herbst 2002 einen alten Baucontainer als Treffpunkt vor den Heimspielen, der von den Ultras in Eigenregie betrieben wird. Im Sommer 2003 übernahm das Fanprojekt einen alten Mercedesbus (Bj. 1959) vom Eintrachtshop und „restaurierte“ ihn in ca. 700 Arbeitsstunden komplett. Durch die Einsätze als mobile Fanbotschaft im Rahmen der von der KOS organisierten und vom DFB finanzierten Fanbetreuung während der EM 2004 und 2008 erwarb sich das „Fanmobil“ einen Kultstatus. Das aufwendigste Projekt war der Umbau des alten Bahnhofs Louisa ab November 2003 zu einem Fanhaus. Seit über 20 Jahren gab es in der Fanszene den Wunsch nach einem Fanhaus, der nach mehr als 9.000 geleisteten Arbeitsstunden mit der Eröffnung am 14. Oktober 2005 verwirklicht werden konnte. Insgesamt haben sich mehr als 100 Fans auf ehrenamtlicher Basis langfristig für „ihre“ Objekte engagiert.

Im Jahr 2006 waren die Beteiligung am Fan- und Besucherbetreuungsprogramm zur WM das große Aushängeschild der Arbeit. Neben dem Betrieb von zwei stationären Fanbotschaften wurde im Fanhaus Louisa ein durchgehendes „alternatives“ WM-Programm auf die Beine gestellt. Seitdem trägt der Betrieb des Fanhauses dafür Sorge, dass neben aller Vielfältigkeit eine feste Angebotsstruktur für die Frankfurter Fanszene bereitsteht. Als regionale sozialpädagogische Einrichtung ist das Frankfurter Fanprojekt bestrebt, auch außerhalb des Umfeldes der Eintracht-Fanszene zu wirken. So sollen die in der letzten Saison durchgeführten Projekte zur Förderung und Integration von sozial benachteiligten Jugendlichen mit Migrationshintergrund noch mehr in den Vordergrund gerückt werden. Zur erfolgreichen Umsetzung dieses Konzeptes ist aber die Erschließung neuer Ressourcen unbedingt erforderlich. Sowohl Institutionen und Projekte mit sozialer Ausrichtung als auch Unternehmen aus dem weiten Feld der Marktwirtschaft kommen als regionale Bündnispartner in Frage.

Das Fanprojekt-Team: Michael Bus, Malte Bartels, Gabi Müller und Stephan von Ploetz

In dieser Interessengemeinschaft sorgt das Fanprojekt gewissermaßen für die sogenannten weichen Standortfaktoren. Denn das Fanprojekt hat selbst etwas zu bieten, was es an anderer Stelle in dieser Form nicht gibt. Dazu gehören neben den vielfältigen Kompetenzen und dem Know-how sozialer Fanarbeit auch verfügbare Räumlichkeiten und Netzwerke.


Frankfurter Fanprojekt

Malte Bartels, Stephan von Ploetz (Leitung)

Schwarzsteinkautweg 5 a
60598 Frankfurt

Tel (069) 494 05 47
Fax (069) 94 41 31 75

E-Mail info(at)fanprojekt-ffm-sjf.de
Homepage
www.frankfurter-fanprojekt.de

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