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Die Fanprojekte 
Das Jenaer Fanprojekt, das bereits seit 1991 tätig ist und seit Juni 1998 in freier Trägerschaft besteht, kann auf eine eindrucksvolle Arbeitsbilanz zurückblicken.
Mit ihren sozialintegrativen Angeboten erreichen die Mitarbeiter eine für lokale Verhältnisse sehr große Anzahl jugendlicher Fans mit einer engen Bindung an den Verein. Das hohe Maß an ehrenamtlichen Engagement der Jenaer Fans und ihre positive Haltung zum Fanprojekt wird in der Mithilfe bei der früheren Renovierung „ihres“ Fanhauses wie auch bei der aktuellen Gestaltung der Räumlichkeiten durch die Ultras deutlich. Die Ultras sind zudem mit Unterstützung durch das Fanprojekt bei der Gestaltung des Stadions und des Stadiongeländes aktiv. Insgesamt genießt die Fanszene in Jena auch aufgrund ihres kreativen Engagements ein hohes Ansehen in der Region.
Dabei lässt sich hier auf eine interessante Verflechtung von innovativen Ansätzen der Arbeit verbunden mit Traditionsarbeit als Brückenschlag zwischen junger und älterer Generation von Fußballfans des Thüringer Traditionsklubs verweisen. So beherbergt das Jenaer Fanprojekt-Haus auch ein Fußballmuseum, das als Bernsteinzimmer bezeichnet wird, weil viele der dort ausgestellten wertvollen Exponate zwischenzeitlich als verschollen galten.

Die Fanprojektmitarbeiter arbeiten eng mit der Fanabteilung (Supporters Club) des FC Carl Zeiss Jena zusammen. Derzeit gilt das Augenmerk besonders der kontinuierlich wachsenden Ultraszene, ohne dabei andere relevante Gruppen zu vernachlässigen. Der in Jena von den Projektmitarbeitern aktiv unterstützte Auf- und Ausbau institutioneller Jugendhilfe-Netzwerke (AG Jugendarbeit, Arbeitskreis Streetwork, Sportjugend) darf ebenso wenig unerwähnt bleiben wie die Mitarbeit am Runden Tisch für Demokratie der Stadt Jena im Stadtprogramm gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Intoleranz, im Jenaer Aktionsbündnis gegen Rechts und im Bürgerbündnis gegen Rechts im (benachbarten) Weimarer Land. Auch beim Aufbau weiterer Fanprojekte in den neuen Bundesländern war das Jenaer Projekt vorwiegend in einer Beratungsfunktion aktiv beteiligt und hat sich viel Anerkennung verdient.
Neben den genannten Schwerpunkten ist noch der Betrieb des Streetsoccer-Mobils zu nennen, das vorrangig in sozialen Brennpunkten ohne sonstige kind- und jugendgerechte Bewegungsinfrastruktur sowie als Alternativangebot gegen eine rechte Dominanzkultur im Weimarer Land eingesetzt wird.

Das Jenaer Fanprojekt ist ein beispielhaftes Modellprojekt für eine innovative und pragmatisch-kooperative Arbeit im Sinne der betroffenen – oder auch: profitierenden – Zielgruppen. Nachdem der Freistaat Thüringen 2005 seine Landesmittel für das Projekt vollständig gekürzt und somit den Fortbestand massiv infrage gestellt hatte, konnte dank der Wiederaufnahme der Förderung durch den Lizenzfußball (DFB bzw. DFL), der Absicherung durch die Kommune sowie Unterstützung durch Sponsoren die Arbeit seit Juli 2005 wieder in der gewohnten Qualität geleistet werden. Allerdings konnte dies nur gelingen, weil die Mitarbeiter sich überdurchschnittlich engagierten, um auch die Durststrecken in dieser finanziell unsicheren Zeit zu überbrücken. Mittlerweile ist es gelungen, die Thüringer Landesregierung wieder in die politische (und damit auch finanzielle) Verantwortung für die Fanarbeit im Freistaat zu nehmen. Dank der Förderung im Rahmen eines Landesprogramms zur Prävention von Gewalt und Rechtsextremismus im Umfeld von Sportveranstaltungen konnten die Arbeitsbedingungen des Fanprojekts erheblich stabilisiert werden, und es war sogar möglich, das Team zumindest befristet um einen Mitarbeiter aufzustocken.
Tino Burghardt, Lutz Hofmann, Matthias Stein (Leitung)
Oberaue 4
07749 Jena
Tel (03641) 47 85 90
Fax (03641) 76 51 23
E-Mail FPJena(at)aol.com
Homepage www.fcc-supporters.de
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