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Karlsruhe (1986)

Die Entstehung des Fanprojekts Karlsruhe geht zurück in das Jahr 1986. Engagierte Fußballfans gründeten den Dachverband IG Karlsruher Fußballfans e. V. Die IG forderte damals auf politischer Ebene ein sozialpädagogisches Fanprojekt, das 1986 gegründet wurde und im Jahr 1989 in die Trägerschaft des Stadtjugendausschusses e. V. Karlsruhe überging. Die bis Anfang der 90er-Jahre in der Szene dominierende Hooligangruppierung Destroyers bildete gleichzeitig den Hauptarbeitsbereich des Fanprojekts. Nach Einführung des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit 1993 konzentrierte sich die Arbeit auf jugendliche und heranwachsende Fußballfans im Alter von 14 bis 27 Jahren. Die in dieser Zeit anwachsenden Ultragruppierungen (Phönix Sons, Ultras Karlsruhe) sowie der junge Teil der noch bestehenden Hooliganszene sind die derzeitigen Hauptzielgruppen des Karlsruher Fanprojekts. Die Ultras in Karlsruhe sind kreativ, engagiert und kritisch. Sie gehören zu den größten und einflussreichsten Gruppen im Bundesgebiet.

Die Karlsruher Ultraszene gehört zu den stilbildenden Szenen Deutschlands

Neben der Begleitung zu allen Heim- sowie Auswärtsspielen des KSC gibt es einen offenen Treffpunkt während der Woche und Öffnungszeiten des Fanprojekts vor und nach den Heimspielen. Zentrale Arbeitsfelder sind die Krisenintervention und Beratung von Fans in akuten persönlichen Problemlagen sowie eine ausgeprägte Vernetzungsarbeit mit allen beteiligten Institutionen im Umfeld des Fußballgeschehens des KSC. Des Weiteren führen die Mitarbeiter Kunst-, Musik- und Sportprojekte mit den Fans durch und pflegen den interkulturellen Austausch mit Fanszenen aus Frankreich (Straßburg) und Italien (Pisa).

Das Projekt besitzt einen starken fachlichen und politischen Rückhalt im Stadtjugendausschuss. Es genießt eine hohe Akzeptanz bei den Fans sowie innerhalb der Stadt Karlsruhe. Dies spiegelt sich etwa darin wider, dass die Stadt Karlsruhe seit zehn Jahren den Finanzierungsbeitrag des Landes Baden-Württemberg in Höhe von einem Drittel des Gesamtprojektetats übernimmt.

Durch den mehrmaligen Abstieg aus der Bundesliga bis in die Regionalliga und den Wiederaufstieg in die 2. Liga fanden in den letzten Jahren einige Personalwechsel statt. Seit Längerem arbeiten nun im Projekt mit Dirk Grießbaum und Volker Körenzig zwei hauptamtliche Sozialpädagogen.

Dirk Grießbaum, Volker Körenzig, Jürgen Wiedmann

Im März 2007 konnte das Fanprojekt Karlsruhe ein neues Domizil beziehen. Hatte man die letzten Jahre eine Einrichtung, die über 80m2 Fläche verfügte, sind die neuen Räumlichkeiten in der Karlsruher Nordstadt jetzt 450m2 groß. Ebenso wie die alte wird auch die neue Einrichtung von der Fanszene sehr gut angenommen. In den jetzigen, größeren Räumlichkeiten stehen dem Supporters Club und den Ultras sogar eigene Büros zur Verfügung.

Auch nach 20 Jahren Erfahrung mit sozialpädagogischer Fanbetreuung haben die in den Anfangsjahren des Karlsruher Fanprojekts bundesweit relevanten, inhaltlichen Weichenstellungen für die soziale Arbeit mit besonders schwierigen Zielgruppen heute noch ihre Gültigkeit. Viele der Karlsruher Erfahrungen finden sich in der Rahmenkonzeption des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit wieder, auf dessen Grundlage die Fanprojekte in Deutschland arbeiten.


Fanprojekt Karlsruhe

Dirk Grießbaum, Volker Körenzig, Jürgen Wiedmann, Elisabeth Bischoff

Mainestr. 8
76149 Karlsruhe

Tel (0721) 598 44 71
Mobil Volker Körenzig (0171) 310 54 20
Mobil Dirk Griessbaum (0160) 98257118

E-Mail fan-projekt@stja.karlsruhe.de
Homepage www.fanprojekt-karlsruhe.de

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Die Jubiläumsbroschüre zum 20-jährigen Bestehen des Fanprojekts Karlsruhe als pdf-Download.

 

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