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Die Fanprojekte 
Nachdem in den letzten Jahren unverantwortlicherweise nur ein einziger Mitarbeiter mit den Fans der beiden verfeindeten Fanszenen von Lok und Sachsen Leipzig arbeitete, gibt es nun erstmalig in der Geschichte des Fanprojekts Leipzig zwei Standorte für die Betreuung der Fans der beiden Leipziger Vereine. Das eigenständige Projekt für die Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig, das schon seit Jahren gefordert wurde, öffnete im September 2008 offiziell seine Türen. Personell besetzt ist es durch die beiden Mitarbeiter Udo Ueberschär, der bereits seit Jahren im Fanprojekt tätig ist, und Rainer Maslok, der seit August 2007 zum Team gehört. Die großzügigen Räumlichkeiten bieten nun den langjährig aktiven jugendlichen Fans sowie der gesamten Fanszene die Möglichkeit, sich auch außerhalb der Spieltage aktiv an positiven Aktivitäten zu beteiligen.
Schwerpunkt des Fanprojekts bleibt der Ansatz der Gewaltprävention im Umfeld von Fußballspielen der Vereine. Aufgrund der positiven Veränderung der personellen und räumlichen Strukturen wird sich das Fanprojekt aber in der Zukunft weiteren Tätigkeiten widmen können. So sollen in den neuen Räumlichkeiten nicht nur fantypische Angebote unterbreitet werden, sondern auch verstärkt Gruppenarbeit bis hin zu individuellen Einzelfallhilfen das Betreuungsprogramm ergänzen. Zielgruppen sind die Ultragruppierungen im Umfeld des Vereins, darunter auch Gruppen bzw. Einzelpersonen aus den Gruppierungen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

Weitere geplante Aktivitäten sind Projekte mit behinderten Fußballfans, Projekte gegen Extremismus und Gewalt sowie u. a. Fanturniere und Projekte mit Jugendvollzugseinrichtungen. Das Fanprojekt pflegt eine kritische, aber konstruktive Zusammenarbeit mit dem Verein und seine Arbeit wird durch die fachliche Aufsicht des Jugendamtes und die Mitarbeit im kriminalpräventiven Rat der Stadt Leipzig, in dem sich Jugendamt, Ordnungsamt, Vereine, Fußballverbände, Polizei, Regierungspräsidium, öffentlicher Nahverkehr und Fanbeauftragte befinden, anerkannt und gefördert.
Ein besonderes Merkmal der Situation in Leipzig ist seit Kurzem, dass mit dem von Fans wieder gegründeten Verein BSG Chemie Leipzig nun drei Vereine mit einer relevanten Fanszene in der Stadt existieren. Innerhalb von insgesamt sechzehn Jahren Fanbetreuung durchlebte das Fanprojekt darüber hinaus gemeinsam mit den Fans elf unterschiedliche Spielklassen. Lediglich die neu geschaffene 3. Liga stellt die letzte Herausforderung für den Leipziger Fußball dar, dessen einzige Konstanz seine Unkonstanz ist. Doch genau diese schnell wechselnden sportlichen Erfolge und Misserfolge stellen das Fanprojekt fast jährlich vor schwierige Aufgaben. Da das Fanprojekt durch die nun gesicherte Drittelfinanzierung von Stadt, Land und DFB nach den Richtlinien des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit gefördert wird, können das Fanprojekt und sein Träger, die Leipziger Sportjugend e. V., erstmals unter Bedingungen arbeiten, die eine langfristig angelegte pädagogische Arbeit möglich machen.

Insbesondere durch die angestrebte Erweiterung des Betreuerteams auf fünf hauptamtliche Mitarbeiter an zwei bzw. drei Standorten in Leipzig wird eine inhaltlich und qualitativ deutlich verbesserte Arbeit des Fanprojekts erreicht werden können. Ebenso wird es möglich sein, die Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren.
Rainer Maslok, Udo Ueberschär
Kommandant-Prendel-Allee 63
04299 Leipzig
Tel./Fax (0341)3378080
E-Mail FP-Leipzig(at)t-online.de
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