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Die Fanprojekte Die Fan-Vermittlungsstelle, so die eigentliche und zutreffende Bezeichnung, stellte bei ihrer Einrichtung vor rund 20 Jahren ein Novum dar. Hier wurde der besondere Vorteil eines Mitarbeiters, der selbst aus der Szene kommt, erkannt und in den Anfangsjahren auf sozialpädagogische Qualifikation der Mitarbeiter erst in einem zweiten Schritt Wert gelegt. Verbunden mit diesem Start war die Erwartung, dass sich das Fanprojekt im Laufe der Zeit inhaltlich wie auch strukturell eine Stellung im institutionellen Netz rund um den Fußball erarbeitet, die der Bedeutung des Vereins 1. FC Nürnberg und seiner großen und bundesweit einflussreichen Fanszene gerecht wird.

Dieser Wunsch ging leider nur inhaltlich in Erfüllung. Noch immer kann die Richtschnur eines Modellprojekts nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit bezogen auf Etat und Personalstand bei Weitem nicht erreicht werden, jedoch ist es in Nürnberg, vorrangig durch die engagierte und kontinuierliche Arbeit von Heino Hassler, gelungen, vorhandene Zugänge in die unterschiedlichen Szenen in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und zu einer ausdifferenzierten Vorgehensweise aller Institutionen im Sinne der betroffenen Fans zu gelangen. Dies ist umso anerkennenswerter, da Heino Hassler und seine ebenso engagierte Kollegin, die Diplom-Sozialpädagogin Andrea Koydl – seit 1999 beim Fanprojekt –, sich nur eine Planstelle teilen.
So ist das Fanprojekt, trotz aller vor allem finanzieller Widrigkeiten, nach wie vor Garant einer stetigen Beziehungs- und Kommunikationsarbeit mit den relevanten Hooligan- und Ultragruppen mit den hierzu zählenden Einzelhilfen, Beratungsangeboten, Vermittlungsgesprächen und sozialer Gruppenarbeit. Auch in Nürnberg stehen seit einigen Jahren die Ultras verstärkt im Blickpunkt, was sich auch auf die Arbeit des Fanprojekts ausgewirkt hat. Daneben hat das Fanprojekt über strukturelle Initiativen in Richtung 1. FC Nürnberg den unzähligen Fanklubs zu einer angemessenen Betreuung verholfen und wirkt mit den Fanbeauftragten des „Clubs“ partnerschaftlich eng zusammen. Hervorzuheben ist auch der zuverlässige Kontakt zum Jugendamt und zur Polizei, durch den eine seit Jahren bewährte Sicherheitspartnerschaft aufgebaut werden konnte, von der alle Seiten profitieren. So führt das Projekt in Kooperation mit dem JA, dem Sportservice der Stadt Nürnberg, dem KJR, dem BSV, der ev. Sportjugend und der Initiative Integration durch Sport einen Streetsoccercup durch. An diesem populären Turnier nehmen mehr als 1.300 Kinder und Jugendliche teil.

Die Reputation und die Wirksamkeit des Nürnberger Fanprojekts kann sehr gut anhand seiner Arbeit rund um die Weltmeisterschaft in Deutschland abgelesen werden, z. B. in der frühzeitigen Berufung in den Beirat zum Stadionumbau für die WM 2006. Dadurch war es möglich, die Interessen der Fans zu artikulieren, zu vertreten und in die Planung einzubringen. Für die Weltmeisterschaft wurden Heino Hassler als offizieller Fanbeauftragter und Andrea Koydl als verantwortliche Leiterin der beiden Fanbotschaften durch das WM-Organisationskomitee in Nürnberg berufen, um das offizielle Fan- und Besucherbetreuungsprogramm umzusetzen. Begeisterte Rückmeldungen der englischen, mexikanischen, japanischen oder ghanaischen Besucher legen ein beredtes Zeugnis von der Qualität der Arbeit der Nürnberger Mitarbeiter/innen ab.
Das Nürnberger Fanprojekt ist sicherlich eine jugendpolitische Investition, die dringend einer angemesseneren personellen und finanziellen Aufstockung bedarf. Vergessen sollte man dabei nicht, dass der „Club“ bundesweit eine der größten Fanszenen anzieht, sodass für eine adäquate gewaltpräventive Fanarbeit größere Anstrengungen von Jugendhilfe und Landesregierung sowie Fußballklub unternommen werden sollten.
Heino Hassler
Vermittlungsstelle
Frauentorgraben 73
90443 Nürnberg
Tel (0911) 20 22 70
Fax (0911) 202 27 77
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