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24.01.2017

Erfolgreiches Trägertreffen in Frankfurt

Prof. Dr. Gunter A. Pilz und Hendrik Große Lefert (DFB) überreichen die Qualitätssiegel-Urkunden an die fünf Pilotprojekte

Kurz vor Weihnachten trafen sich mehr als 120 Vertreter*innen der Fanprojekte und deren Träger zur mittlerweile vierten bundesweiten Konferenz, die diesmal im Stadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang stattfand. Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung der gemeinsamen Arbeit im Netzwerk laden DFB, DFL und KOS alle zwei Jahre zu dieser für die Fanprojekte verbindlichen Tagung ein. Sie dient dem regelmäßigen Austausch zwischen den Verantwortlichen der Fanprojekte und denen des Fußballs, die bekanntlich 50% zur Förderung der Fanprojekte beisteuern. In diesem Format dokumentiert sich auch die Bedeutung, die die unabhängige Arbeit der Fanprojekte bei DFB und DFL genießt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Trägerkonferenz stand das überarbeitete Qualitätssiegel für Fanprojekte.

Die lokalen Fanprojekte unterwerfen sich seit 2010 einer regelmäßigen inhaltlichen und strukturellen Überprüfung ihrer Arbeit. Verantwortet wird das Qualitätssiegel von einer  Arbeitsgruppe, der neben der BAG der Fanprojekte, die Deutsche Sportjugend als ein Vertreter der Trägerlandschaft, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) des Landes Nordrhein-Westfalen für die AGJF, DFL und DFB angehören. Den Vorsitz der AG hat Prof. Dr. Gunter A. Pilz inne, die Geschäftsführung liegt bei der KOS. Das gesamte Verfahren, die inhaltliche Ausrichtung sowie die strukturelle Umsetzung, hat sich über die Jahre eine umfassende Anerkennung im gesamten Netzwerk erarbeitet und wurde 2012 in das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) integriert.

Überarbeitetes Konzept

Im Zuge einer Evaluation durch die AG nach dem ersten Durchgang wurde das Konzept überarbeitet und an zwei zentralen Stellen erweitert. Die Erhebung der Daten wird künftig an an ein externes Institut vergeben und die Perspektive der Netzwerkpartner der Fanprojekte - Kommune, Bezugsverein, Fanszene sowie Polizei - wird zusätzlich eingeholt. Die Praktikabilität dieses neuen Konzepts wurde in einem Pilotprojekt mit fünf Fanprojekten (Augsburg, Berlin, Bochum, Rostock und Zwickau) getestet. Die Ergebnisse wurden nun bei der Trägerkonferenz durch das für die Pilotphase beauftragte Institut CEval GmbH (Centrum für Evaluation an der Universität des Saarlandes) den Fanprojekten und ihren Trägern vorgestellt. Laut Dr. Vera Hennefeld, der Projektverantwortlichen von CEval, waren die Ergebnisse insgesamt äußerst positiv.

Dieser Befund wurde von allen Vertreter*innen der fünf Fanprojekte, die beim Pilotverfahren beteiligt waren, in einer Gesprächsrunde bestätigt. Sowohl die Vergabe an ein externes Institut wie auch die Einholung externer Perspektiven werden als eine sinnvolle Erweiterung des Konzepts verstanden. Auch Jürgen Schattmann vom (MFKJKS Nordrhein-Westfalen) und Ben Kandler (DFL) äußerten sich als Vertreter der AG Qualitätssicherung insgesamt sehr zufrieden zu den Ergebnissen des Pilotverfahrens. Mit dem neuen Verfahren sei gewährleistet, dass das Qualitätssiegel nach den tatsächlich zentralen Kriterien vergeben wird und es somit auch zuverlässig die Qualität der Arbeit beschreibt. Mit der Umsetzung durch ein externes Institut ist darüber hinaus eine größtmögliche Objektivität und Transparenz gewährleistet, ein Aspekt, der in der Arbeit der Fanprojekte grundsätzlich eine große Bedeutung genießt. Thomas Beckmann, der Leiter des Mainzer Fanprojekts und Vertreter der BAG Fanprojekte in der AG Qualitätssiegel unterstrich die grundsätzliche Bedeutung des Qualitätssiegels für die Fanprojekte. „Transparenz ist in unserem Arbeitsfeld, welches bekanntlich sehr öffentlich ist und von vielen starken Interessengruppen dominiert wird, ein extrem wichtiger Aspekt. Nur wenn wir nicht nur gut, sondern auch transparent  arbeiten, schaffen wir die Grundlage für eine breite Akzeptanz unseres Arbeitsansatzes im Netzwerk. Das wird mit dem neuen Verfahren noch einmal unterstrichen“, so Thomas Beckmann. In seinem resümierenden Ausblick  äußerte  Prof. Dr. Gunter A. Pilz einerseits Zufriedenheit über die Ergebnisse, aber auch die Erwartung, dass nun möglichst schnell die noch ausstehende Frage nach der Finanzierung des nächsten Siegel-Durchgangs geklärt wird, damit das neue Verfahren mit den übrigen 54 Fanprojekten möglichst rasch starten kann.

Erste Qualitätssiegel verliehen

Einen würdigen  Abschluss erfuhr der erste Arbeitstag der Trägerkonferenz durch die Verleihung des Qualitätssiegels an die Fanprojekte des Pilotprojekts aus Augsburg, Berlin, Bochum, Rostock und Zwickau. Gunter A. Pilz als Vorsitzender der AG übernahm die Ehrung und Hendrik Große-Lefert, der Sicherheitsbeauftragte des DFB, überbrachte höchstpersönlich die Glückwünsche des Verbandes. Anschließend ließen die Teilnehmer*innen der Konferenz den Abend auf Einladung von DFB und DFL in der Frankfurter „Romanfabrik“ in geselliger Runde und bei intensiven Gesprächen ausklingen.

DFB und DFL stellen für die einzelnen Fanprojekte seit vielen Jahren zuverlässige Geldgeber dar. Orientiert an den entsprechenden Summen von den jeweiligen Kommunen und Bundesländern stellt der Fußball den inzwischen 59 Fanprojekten insgesamt etwas mehr als sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Dieses komplexe System benötigt eine entsprechende Struktur, die es den Fanprojekt-Trägern und DFB/DFL einerseits ermöglicht, eine sach- und fachgerechte Abwicklung zu gestalten, dabei aber den bürokratischen Aufwand auf einem erträglichen Niveau zu halten. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist nun die geplante Überführung des jährlichen Antragswesens für die Fanprojektfinanzierung auf eine gemeinsame Onlineplattform. Matthias Knebel von DFB-Medien stellte den Trägern am zweiten Konferenztag den ersten Entwurf vor. Diese Initiative fand ebenfalls eine positive Resonanz, wird sie doch absehbar dazu führen, dass alle Beteiligten weniger Papierakten führen müssen und sich noch stärker auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren können.