Sie sind hier: /Startseite /Service/Newsarchiv

12.03.2017

Fußball l Fan l Kultur im Gespräch - Die Welt zu Gast im Stadion?

Der Fußball ist nicht nur rund, sondern er hat auch zwei Seiten: Er ist schlicht und bedeutend zugleich. Er wird als Hochglanzprodukt vermarktet, trotzdem nimmt er bei vielen Menschen einen wichtigen Teil des Alltags ein, für die er identitätsstiftendes Symbol von lokaler Verbundenheit, vielleicht Heimat ist. Den Fußball zeichnet aus, dass es ein Spiel, das leicht zu verstehen und organisieren ist und überall auf der Welt nach den gleichen Regeln gespielt wird. Mit seiner weltweiten kulturellen Bedeutung wohnt dem Fußball potenziell eine hohe integrative Kraft inne, soziale, sexuelle,  ethnische oder religiöse Aspekte spielen in der Ausübung keine Rolle.

Dies zeigt sich besonders im Profifußball. Dort sind die multikulturell zusammengesetzten Teams auf dem Rasen seit langem ein Abbild der Migrationsgesellschaft. Aber was in den Kadern der Bundesliga längst Anerkennung gefunden hat, spiegelt sich nicht auf den Tribünen wider. Während viele Spieler auf dem Rasen Migranten oder Menschen mit Migrationsgeschichte sind, trifft dies für das Publikum auf den Rängen nicht zu: Laut einer repräsentativen Untersuchung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat nur etwa 1 % der Zuschauer*innen in den Fußballstadien einen Migrationshintergrund. Der Fußball wirkt somit nicht per se integrativ, auch im Stadion begegnen wir Rassismus und Exklusion.

Ist der Fußball also eine internationale und kosmopolitische Welt, die zu einem friedlichen Miteinander der Völker in Zukunft beitragen kann? Oder bilden der Profifußball und die deutsche Nationalmannschaft bloß Ausnahmen, die vom wirklichen Leben abgekapselt sind?

Mit der Veranstaltung wollen wir versuchen, unter folgenden Fragestellungen das Thema von mehreren Seiten zu beleuchten: Wie bildet sich Gesellschaft im Fußball ab? Was können Vereine (noch mehr) tun, um verschiedene Gesellschaftsgruppen und –identitäten anzusprechen bzw. zu erreichen? Bratwurst und Bier – gibt es kulturelle Hemmnisse für einen Stadionbesuch? Welche fördernden und hemmenden Faktoren der Populärkultur Fußball lassen sich identifizieren? Wie kann das Stadion als Lern- und Integrationsraum genutzt werden? Welchen Beitrag kann der Fußball leisten, um Integration und gesellschaftliche Toleranz zu fördern?

Zu diesen Fragen wollen wir nach einem Impulsreferat von Breschkai Ferhad ins Gespräch kommen mit:

- Bülent Aksen – ehemaliger Mitarbeiter des Fachbereichs Fanbelange des DFB

- Carsten Blecher – Mitarbeiter des Kölner Fanprojekts, Universität Siegen

- Breschkai Ferhad – Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (NEMO), Berlin

- Dr. Fessum Ghirmazion – IG Metall Vorstand, Frankfurt


Moderation: Nicole Selmer – stellv. Chefredakteurin des ballesterer


Wann I Wo I Wie

Datum:                                                Montag, den 20.03.2017

Ort:                                                      Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt/Main

Beginn:                                               19:00 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr)
Voraussichtliches Ende:                   21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei

 

Veranstalter sind die Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj (Frankfurt) (KOS) und die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur (Nürnberg) in Zusammenarbeit mit der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.