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05.04.2017

Fanprojekt Halle in Gefahr

Am 2. März wurde das zehnjährige Jubiläum des Fanprojektes Halle gefeiert. Zum 3. April wurde der Leiter der Einrichtung, Steffen Kluge, plötzlich und ohne Angaben von Gründen stadtintern auf eine andere Stelle versetzt. Steffen Kluge hat das Fanprojekt in Halle aufgebaut und leitet es seit der Eröffnung im Jahr 2006.

Diese Entscheidung, die schon seit etwa 14 Tagen als ungutes Gerücht im Raum stand, hat der oberste Dienstherr selbst, Oberbürgermeister Bernd Wiegand, getroffen. Das Fanprojekt ist bei der Stadt Halle als Träger angesiedelt und dort dem OB-Büro direkt zugeordnet.

Die weiteren Finanzgeber des Fanprojektes, das Land Sachsen-Anhalt und der DFB, waren nicht eingebunden und wurden vorab nicht informiert. Ebenso wenig wie der Bezugsverein, der Hallesche FC, der dieser Entscheidung ebenfalls sehr kritisch gegenüber steht.

Die Fans des HFC in ihrer Gesamtheit protestieren massiv gegen die Versetzung von Steffen Kluge, wie das Foto aus dem Kurt-Wabbel-Stadion belegt.

Auch die KOS hält die Entscheidung der Stadt Halle für falsch. In einem Arbeitsfeld, in dem das parteilich-kritische Beziehungsverhältnis zwischen jugendlichen Fans und Sozialarbeiter*innen elementar ist, gefährdet die Versetzung des Fanprojektleiters sowie die Art und Weise des Vorgehens die Existenz der gesamten Einrichtung. Die Maßnahme ist auch geeignet, Unsicherheit in das gesamte institutionelle Netzwerk zu bringen.

Die KOS bereitet gerade eine fachliche Stellungnahme für die drei Geldgeber – die Stadt Halle, den DFB und das Sozialministerium des Landes Sachsen-Anhalt – vor, damit dort eine fachliche Grundlage für das weitere Vorgehen vorliegt.

Da die Personalentscheidung des Oberbürgermeisters bis heute nicht begründet wurde, beschädigt sie zusätzlich den Ruf von Steffen Kluge, aber auch den der beiden anderen Mitarbeiter*innen des Projektes. Steffen Kluge und sein Team stehen in Halle für eine professionelle, leidenschaftliche und sehr wirksame Fanprojektarbeit. Er genießt nicht nur in der Fanszene höchste Anerkennung, sondern auch im gesamten Netzwerk. Davon konnte man sich bei der gut besuchten Jubiläumsveranstaltung überzeugen, bei der u.a. HFC-Präsident Michael Schädlich, Professor Titus Simon und verschiedene andere Redner, darunter auch ein Vertreter der aktiven Fanszene die Wirksamkeit und Wirkungsweise des Fanprojektes eindrucksvoll mit persönlichen Worten lobten. Auch DFL und DFB äußerten sich sehr positiv mittels Video-Grußbotschaften.

Weil wir nicht zusehen wollen, wie der Ruf eines herausragenden Sozialarbeiters weiter beschädigt wird, veröffentlichen wir an dieser Stelle die Rede von Volker Goll, die dieser am 2. März in Halle für die KOS anlässlich des zehnjährigen Jubiläums hielt.

Der Leiter der KOS, Michael Gabriel, musste seine Teilnahme am Jubiläum aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen. An dieser Stelle wollen wir deswegen auch seine nicht gehaltene Rede veröffentlichen, die das Wirken von Steffen Kluge in besonderer Weise würdigt.

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