Am 28. Mai war eine hochrangige Delegation aus Brasilien, angeführt vom Sportminister André Fufuca, bei der KOS zu Gast, um sich über die Arbeit der Fanprojekte in Deutschland zu informieren. Hintergrund ist eine Gesetzgebung in Brasilien „zum Schutz der Fankultur“ und die Wiedereinführung des Ministeriums für Sport, das unter dem Regime von Bolsonaro abgeschafft worden war.
Es ist kein Zufall, dass die KOS auf dem Reiseplan der brasilianischen Verantwortlichen stand, besteht doch seit der Fußballweltmeisterschaft 2014 ein beidseitiger Kontakt. Schon seinerzeit nutze die KOS das Vorfeld der WM, um mit einer Expert*innendelegation nach Brasilien zu reisen, um mit organisierten Fans in Brasilien und mit politischen Verantwortlichen in einen gemeinsamen Austausch zu treten. Schon seinerzeit war unsere wichtigste Botschaft, bei der Lösung der vielfältigen Probleme, denen sich auch der brasilianische Fußball ausgesetzt sieht, gemeinsam mit Fans und den Vereinen nach Lösungen zu suchen und diese als Partner mit in die Planungen aufzunehmen. Die Arbeit der Fanprojekte in Deutschland konnte sich nur so positiv entwickeln, weil sowohl der Fußball – DFB, DFL, Vereine, als auch die Fans die Arbeit unterstützen.
Zur Delegation von Minister Fufuca zählten noch der Nationale Sekretär für Fußball und die Rechte der Fans Athirson Mazzolii, ein ehemaliger Profi bei Bayer Leverkusen und Juventus Turin, Hewerton Carlos, Sonderberater des Ministers und die Unterstaatssekretärin Priscila Rosa.
Bei Vorbereitung und Durchführung des Besuchs wurde die KOS maßgeblich von Martin Curi, dem ehemaligen Leiter des Fanprojekts in Fürth beraten, einem der profiliertesten deutschsprachigen Kenner des brasilianischen Fußballs. Über Martin Curi, der viele Jahre an brasilianischen Universitäten lehrte, wurde der Besuch auch organisiert.
In ihrer Präsentation unterstrich die KOS drei zentrale Faktoren, die dazu geführt haben, dass die Situation im deutschen Fußball, trotz einiger Probleme, so ausgesprochen gut ist. Fans müssen als Teil der Lösung angesprochen werden, alle Beteiligten, von den Vereinen, über die Fans bis hin zur Politik und der Polizei stehen in der Verantwortung und müssen zusammenarbeiten und allen muss bewusst sein, dass Veränderungen nicht von heute auf morgen passieren, sondern alle Konzepte auf Langfristigkeit und Zuverlässigkeit basieren.
Michael Gabriel, Leiter der KOS: „Wir fühlen uns geehrt, dass Minister Andre Fufuca auf die Expertise der KOS und der Fanprojekte in Deutschland zurückgreift. Die intensiven Gespräche vermittelten uns den Eindruck, dass man einiges davon in Brasilien umsetzen möchte.“
Minister Fufuca äußerte sich hinterher auf Instagram.



