Zeitstrahl der Fanarbeit
30 Jahre KOS, Fußballkultur und Engagement – chronologisch, interaktiv, dokumentiert.

Seit über 30 Jahren begleitet die KOS die sozialpädagogische Fanarbeit in Deutschland.
In unserem Zeitstrahl zeigen wir zentrale Entwicklungen der KOS, der Fanprojekte und des Fußballs – ergänzt durch relevante Publikationen aus jedem Jahr.
Unsere Meilensteine
Nach dem Krieg entstehen parallele Fußballstrukturen in BRD und DDR. Interzonenvergleiche und Spielerwechsel spiegeln die zunehmende politische Trennung bis zum Mauerbau.
Einführung einer bundesweiten Profiliga mit wachsender medialer Aufmerksamkeit. Stadionbesuche werden zu einem festen Bestandteil der Freizeitkultur.
Staatliche Umstrukturierung in leistungsorientierte Clubs stärkt Wettbewerb und regionale Identitäten.
Fußball wird Teil des Systemwettbewerbs zwischen BRD und DDR. Politische Ereignisse und Großturniere prägen Wahrnehmung und gesellschaftliche Bedeutung des Sports.
Gewalt entwickelt sich als Teil jugendkultureller Ausdrucksformen. Medien und Politik rücken das Thema stärker in den Fokus.
Im Umfeld der Universität Bremen werden Fanszenen erstmals gezielt untersucht. Dr. Narciss Göbbel geht gemeinsam mit Studierenden ins Feld und legt wichtige Grundlagen für das spätere erste Fanprojekt Bremen 1981.
Aus der sozialwissenschaftlichen Fanforschung in Bremen entsteht das erste sozialpädagogische Fanprojekt. Es baut auf den Feldstudien der späten 1970er Jahre auf und wird zum Modell für die spätere Fanprojektarbeit in Deutschland.
Der 16-jährige Fan stirbt nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen HSV- und Werder-Fans. Er gilt als erstes Todesopfer von Fangewalt in Deutschland, der Vorfall wird bundesweit diskutiert.
Beim Europapokalfinale zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin kommt es durch Gewalt und mangelhafte Sicherheitsbedingungen zu 39 Todesopfern. Das Ereignis löst europaweite Debatten aus.
Das Turnier wird von Gewalt begleitet, gleichzeitig entstehen erste Ansätze strukturierter Fanbetreuung.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft wird als erste nationale Interessenvertretung der Fanprojekte gegründet.
Beim FA-Cup-Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest führen Fehlentscheidungen der Polizei und mangelndes Sicherheitsmanagement zu 96 Todesopfern. Internationale Kritik am Umgang mit Fans nimmt zu.
Mit der Wiedervereinigung treffen unterschiedliche Fußball- und Jugendkulturen aufeinander.
Fanprojekte begleiten Fans erstmals strukturiert zu einem internationalen Turnier. Der Titelgewinn wirkt stark identitätsstiftend und verstärkt Fanfeiern sowie die öffentliche Fußballkultur im Alltag deutlich.
Ein 18-jähriger Fan stirbt bei einem Polizeieinsatz. Der Vorfall verstärkt die gesellschaftliche Debatte über Gewalt und Verantwortung.
Nach der Wiedervereinigung fehlen vielerorts stabile Strukturen. In den Stadien zeigen sich Gewalt, Unsicherheiten und teilweise rechte Symbolik.
Neue Reisefreiheit und finanzielle Anreize ermöglichen vielen Fans erstmals Auswärtsfahrten. Fußball wird stärker mobil erlebt.
Ausschreitungen und Spielabbruch während der Partie Dynamo Dresden – Roter Stern Belgrad werden erstmals live im Fernsehen übertragen. Gewalt im Fußball wird bundesweit sichtbar.
Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze koordiniert bundesweit polizeiliche Maßnahmen im Fußball.
Vereine der 1. und 2. Liga müssen feste Ansprechpartner:innen für Fans einsetzen. Der Dialog zwischen Fans und Vereinen wird institutionalisiert.
Die Koordinationsstelle Fanprojekte wird unter der Trägerschaft der Deutschen Sportjugend gegründet. Sie unterstützt den Aufbau und die bundesweite Vernetzung der Fanprojekte.
Aktive Fans organisieren sich bundesweit und bringen politische Themen in die Fankultur ein.
Erstmals werden Fanprojekte als fester Bestandteil in Sicherheits- und Präventionsstrukturen verankert.
Polizei erfasst personenbezogene Daten von Fans bundesweit. Das Verhältnis zwischen Fans und Sicherheitsbehörden wird belastet.
Erste systematische Dokumentation und fachliche Einordnung der Fanprojektarbeit entsteht.
Erster bundesweiter Fankongress in Oer-Erkenschwick, organisiert vom BAFF.
Fans protestieren in Frankfurt gegen den Abbau von Stehplätzen.
Spielerwechsel werden liberalisiert und der Profifußball wirtschaftlich geöffnet.
Günstige Bahnreisen führen zu stark zunehmenden Auswärtsfahrten.
Erste umfassende mobile Fanbetreuung bei einem Turnier wird dokumentiert und ausgewertet.
Inspiriert vom italienischen Vorbild im Westen und polnischen Vorbild im Osten entwickelt sich eine neue, kreative und kollektiv geprägte Fankultur.
Ein französischer Polizist wird während der WM 1998 in Frankreich von deutschen Hooligans schwer verletzt. Das Ereignis prägt die internationale Wahrnehmung deutscher Fans.
Die Fanbetreuung wird durch mobile Fanbotschaften, dem Fanzine „AlleZmagne“ und einem Reiseführer der KOS weiterentwickelt. Mit KOSMOS 3 erfolgt eine systematische Dokumentation und Auswertung der Fanbetreuung beim Turnier.
Große Investitionen in Stadien und Infrastruktur prägen den Fußball nachhaltig.
Erste groß angelegte internationale Fanbetreuung mit unterschiedlichen Sicherheitskonzepten in den Gastgeberländern.
Bundesweites ultranahes Netzwerk für Fandemokratie und Mitbestimmung entsteht aus Faninitiativen.
Erstes großes Heimturnier mit wachsender medialer Aufmerksamkeit. Frauenfußball wird breiter wahrgenommen.
Sicherheitslogiken werden international verschärft. Der Fokus verschiebt sich stärker auf Gefahrenabwehr bei Großveranstaltungen.
Die gemeinsame Währung erleichtert internationale Fanreisen. Gleichzeitig verändern sich Ticketpreise und Stadionökonomie.
Erstes bundesweites Treffen der Ultraszene, organisiert mit Unterstützung der KOS.
Fans protestieren in Berlin gegen Kommerzialisierung und Einschränkungen der Fankultur.
Fans organisieren sich zunehmend bundesweit und vernetzen sich über Vereinsgrenzen hinweg. Themen wie Mitbestimmung, Antidiskriminierung und Interessenvertretung gewinnen an Bedeutung.
Erstmals internationale Zusammenarbeit der mobilen Fanbotschaften. Organisiert von Football Supporters International (FSI). Außenseiter Griechenland wird Europameister
Offene Grenzen erleichtern Reisen innerhalb Europas deutlich. Auswärtsfahrten werden selbstverständlicher.
Die KOS erhält den Auftrag zur Koordination der Fanbetreuung für die WM. Zusätzliche Strukturen werden aufgebaut.
Fanvertreter treffen erstmals vermittelt durch die KOS den Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Faninteressen erhalten politische Sichtbarkeit.
Gründung im Rahmen der KOS Tagung „Abseitsfalle“. Frauen vernetzen sich bundesweit für mehr Sichtbarkeit und Beteiligung im Fußball.
Jährliche Auszeichnung für Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung im Fußball.
Manipulation von Spielen erschüttert das Vertrauen in den Profifußball.
Rund 5.000 Fans protestieren in Frankfurt gegen Kommerzialisierung und Repression im Fußball.
Fanvertreter tauschen sich vermittelt durch die KOS mit dem Bundesinnenminister über Sicherheits- und Fanfragen aus.
Erste Veröffentlichung zu Frauen in der Fankurve und Geschlechterrollen im Fußball.
Großes internationales Turnier mit positiver Stimmung und hoher Fanbeteiligung. Deutschland präsentiert sich als offener Gastgeber.
Präventive, dialogorientierte Fanbetreuung bei Turnieren wird Standard
Beide Verbände schaffen erstmals hauptamtliche Strukturen für Fanbelange.
Polizei und Verbände bewerten Pyrotechnik zunehmend als Sicherheitsproblem. Fanszenen verstehen sie weiterhin als Teil der Fankultur.
Bundesweites Treffen von Fans, Verbänden und Fanprojekten. Ein strukturierter Dialogprozess wird vereinbart.
DFB und DFL etablieren gemeinsam mit Fanvertretungen und Fanprojekten eine offizielle Dialogstruktur.
Internationale Fanbetreuung wird weiter professionalisiert und durch europäische Netzwerke unterstützt.
Wirtschaftliche Veränderungen wirken sich auf Ticketpreise und Fußballökonomie aus.
Handlungslinien und Rollen der Fanarbeit werden durch die KOS fachlich präzisiert.
Europäisches Fan-Netzwerk entsteht und stärkt die internationale Vernetzung.
Erste umfassende Bilanz der Fanarbeit nach Einführung des NKSS.
Politische Bildungsarbeit im Stadionumfeld wird strukturell verankert.
Bundesweite Vernetzung queerer Fans stärkt Sichtbarkeit und Beteiligung.
Ein Zertifizierungs- und Evaluationssystem für Fanprojekte wird eingeführt und schafft verbindliche Qualitätsstandards innerhalb der Fanarbeit.
Systematischer Ansatz zur Prävention von Gewalt und Eskalation wird von der KOS entwickelt.
Mobile Fanbetreuung wird unter schwierigen Bedingungen erfolgreich umgesetzt und weiterentwickelt. Begleitend erscheint erstmals das Fanzine „Helmut“ als Informations- und Serviceangebot für Fans.
Großes Heimturnier mit hoher medialer Aufmerksamkeit und steigender Zuschauerbeteiligung.
Vereine der 1. und 2. Liga müssen hauptamtliche Ansprechpartner*innen für Fans einsetzen.
Mobile Fanarbeit wird international weiter etabliert und stark nachgefragt. Das Fanzine „Helmut“ entwickelt sich zu einem festen und viel genutzten Bestandteil der Fanbetreuung.
Entwicklung der Fanprojektarbeit seit 1993 wird systematisch bilanziert.
Die Veröffentlichung blickt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der KOS auf die Entwicklung der Fanprojektarbeit seit dem NKSS zurück und richtet den Fokus auf zukünftige Herausforderungen. Beiträge aus Fußball, Politik, Sozialarbeit und Forschung beleuchten zentrale Spannungsfelder wie Kommerzialisierung, öffentliche Wahrnehmung und sicherheitspolitische Debatten.
Deutschland wird Weltmeister und gewinnt im Halbfinale historisch mit 7:1 gegen Gastgeber Brasilien. Intensive Arbeit vor Ort für die deutsche Fanbotschaft.
Themen wie Gleichberechtigung, Schutzräume und Teilhabe gewinnen weiter an Bedeutung.
Anschläge in Paris am 13. November 2015 treffen mehrere Orte in der Stadt und auch das Stade de France während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland. Die Ereignisse führen zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen im Fußball.
Fanarbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Emotion, Sicherheit und internationaler Vernetzung.
Neue formalisierte Austausch- und Dialogformate zwischen Vereinen, Fanprojekten, Kommunen und Polizei entstehen zunächst in Baden-Württemberg und werden anschließend auf weitere Bundesländer übertragen.
Mobile Fanbetreuung findet unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen statt. Überraschendes Vorrundenaus der deutschen Mannschaft.
Die Veröffentlichung setzt sich mit Beteiligungsmöglichkeiten von Fans auseinander und beleuchtet Spannungsfelder zwischen Fankultur, Mitbestimmung und institutionellen Strukturen im Fußball.
Stadien bleiben zunächst komplett geschlossen, anschließend finden Spiele als Geisterspiele und später mit begrenzter Zuschauerzahl statt. Während dieser Zeit wird die Fanarbeit verstärkt in soziale Räume und Anlaufstellen außerhalb des Stadions oder digital verlagert. Erst nach rund zwei Jahren sind wieder volle Stadien und geschlossene Kurven möglich, mit bis heute spürbaren Auswirkungen auf Jugendliche und die Fanarbeit.
Digitale Fortbildungsformate werden etabliert und erleichtern bundesweiten Austausch.
Fanarbeit setzt sich für den Schutz vertraulicher Beziehungen in der pädagogischen Arbeit ein.
Viele Fanszenen und Gruppen engagieren sich mit vielfältigen Aktionen im sozialen Bereich, etwa durch Nachbarschaftshilfe, Einkäufe für ältere Menschen, Unterstützung bei Arztbesuchen und das Packen von Care-Paketen, oft in Zusammenarbeit mit Fanprojekten.
Paneuropäisches Turnier unter Pandemiebedingungen mit eingeschränkter Fanmobilität.
Die Veröffentlichung analysiert die Auswirkungen der Pandemie auf die Fanprojektarbeit und zeigt sowohl Herausforderungen als auch neue Ansätze und Entwicklungsmöglichkeiten im Arbeitsfeld auf.
Turnier begleitet von Debatten zu Menschenrechten und politischer Verantwortung im Fußball.
Bundesweite Proteste führen zu Spielunterbrechungen und setzen den Verband unter Druck. Der Deal kommt nicht zustande.
Verfahren werden reformiert und Anhörungsrechte gestärkt.
KOS koordiniert die Fanbetreuung in allen Host Cities in Zusammenarbeit mit den kommunalen Fanprojekten im Rahmen des Programms „FANS WELCOME“.
Die Veröffentlichung beleuchtet aktuelle Entwicklungen und beschreibt, wie sich Anforderungen, Arbeitsweisen und Rahmenbedingungen der Fansozialarbeit im modernen Fußball verändern.
Die Veröffentlichung bietet eine umfassende Darstellung der vielfältigen Arbeit von Fanprojekten und zeigt zentrale Entwicklungen sowie Veränderungen im Arbeitsfeld seit 1993 auf.
Die Veröffentlichung widmet sich der Rolle von Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fußball und zeigt Ansatzpunkte für Fanprojekte und Fanszenen im Umgang mit ökologischen Herausforderungen.
Bundesliga-Skandal 1970/71 und Aufhebung des Frauenfußballverbots 1970 markieren strukturelle Veränderungen; Stadionmodernisierung, erste organisierte Fanclubs und Kuttenfans sowie neue Ausdrucksformen in DDR- und BRD-Stadien stehen für den Wandel der Fußball- und Fankultur.
Die Veröffentlichung erklärt zentrale Begriffe und Strukturen der Fanprojektarbeit und bietet eine verständliche Orientierung im Arbeitsfeld der sozialpädagogischen Fanarbeit.
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