Aktueller Schwerpunkt: Gewaltprävention

Ein zentrales Thema der sozialpädagogischen Fanarbeit – praxisnah, fundiert und im bundesweiten Netzwerk weiterentwickelt.

Die KOS setzt regelmäßig thematische Schwerpunkte, um aktuelle Herausforderungen in der Fanarbeit vertieft zu bearbeiten.
Aktuell liegt der Fokus auf Gewaltprävention. Die Seite gibt einen Überblick über Hintergründe, Ansätze und konkrete Angebote im Rahmen des aktuellen Schwerpunkts.
Im Mittelpunkt stehen der Austausch im Netzwerk, die Weiterentwicklung fachlicher Ansätze sowie praxisnahe Formate für Fanprojekte und ihre Partner*innen.

Was versteht die Fanarbeit unter Gewaltprävention?

  • Systemischer Ansatz: Ursachen bearbeiten (Haltungen, Gruppendynamiken, Strukturen), nicht nur Einzelfälle.
  • Beziehungsarbeit: Vertrauensvolle, belastbare Kontakte als Basis für Verhaltensänderung.
  • Haltungs- und Wertearbeit: Demokratie, Vielfalt, Respekt – gegen Extremismus, Rassismus, Antisemitismus, Frauen- und Queerfeindlichkeit.
  • Kritische Männlichkeitsarbeit: Alternativen zu Gewalt- und Dominanzmustern aufzeigen.
  • Awareness & Schutz: Schutzkonzepte, Betroffenenunterstützung, niedrigschwellige Hilfe.
  • Zwei Säulen – ein Ziel: Fanprojekte (sozialpädagogisch) und Fanbeauftragte (vereinsintern) wirken gemeinsam präventiv.

Beispielhafte Praxisfelder

  • Spieltag & Organisation: Klare Kommunikation, Dialogformate (z. B. Kurvengespräche), fanfreundliche Einlass-/Auslasssituationen, abgestimmte Sicherheitskommunikation.
  • Dialog & Vermittlung: Regelmäßiger Austausch zwischen Fans, Vereinen, Polizei und Kommunen; Konfliktmoderation; Club-Fan-Dialog nach definierten Gütekriterien.
  • Auswärtsfahrten & Jugendangebote: Begleitete Fahrten, alkoholfreie Formate, Bildungsanteile (u. a. Gedenkstättenbesuche), Verantwortungsübernahme.
  • Suchtprävention: Aufklärung, Alternativangebote, Förderung selbst- und sozialverträglichen Verhaltens.
  • Aufarbeitung & Bewährung: Anti-Gewalt-Trainings, Geschädigten-Ausgleich, Wiedergutmachung, reflektierende Nacharbeit.
  • Grenzen & Instrumente: Umgang mit Stadionverboten differenziert und entwicklungsfördernd; wo möglich partizipative Bewährungs- und Anhörungsmodelle.

Zielsetzung des Schwerpunkts

Warum dieses Thema Jetzt?

  • Zunehmend raues gesellschaftliches Klima, auch im Fußballkontext spürbar
  • Höherer Zulauf junger Fans in die Kurven seit der Pandemie
  • Komplexere Konfliktlagen und steigende Anforderungen an Fanprojekte
  • Bedarf an langfristigen, systemischen Präventionsansätzen statt kurzfristiger Reaktionen

Unsere Ziele

  • Sensibilisieren: Gewalt und ihre Ursachen im Kontext von Fankultur verstehen und einordnen
  • Qualifizieren: Fachkräfte und Netzwerkpartner*innen gezielt fortbilden und Handlungssicherheit stärken
  • Transfer stärken: Praxiswissen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen systematisch zusammenführen
  • Austausch fördern: Gemeinsame Lernprozesse im Netzwerk ermöglichen

Grundprinzip

Gewaltprävention in der Fanarbeit ist langfristig, beziehungsorientiert und systemisch.
Sie setzt an Haltungen, Gruppendynamiken und Strukturen an – nicht nur an einzelnen Vorfällen.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines strukturierten Schwerpunktprogramms mit projektbezogener Arbeitsgruppe, Expertinnen-Gremium und wechselnden Referentinnen aus Praxis und Wissenschaft.

Inhalte & Maßnahmen

Der Schwerpunkt Gewaltprävention wird durch ein abgestimmtes Programm aus Fortbildungs-, Austausch- und Wissensformaten umgesetzt.
Die verschiedenen Formate greifen ineinander und ermöglichen eine kontinuierliche Verbindung von Praxis, Reflexion und fachlicher Weiterentwicklung.

TIKI TAKA – Austausch & Vernetzung

Regelmäßige Online-Formate für kollegialen Austausch, Einordnung aktueller Entwicklungen und Stärkung des bundesweiten Netzwerks.
Erfahrungen aus der Praxis werden geteilt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt.

KURZPASS – themenspezifische Workshops

Kompakte Online-Workshops zu aktuellen Fragestellungen der Gewaltprävention.
Im Fokus stehen konkrete Themen wie Gewaltbewertung, Gruppendynamiken oder gesellschaftliche Entwicklungen im Kontext von Fankultur.

SPIELTAG – praxisnahe Präsenzformate

Fortbildungen vor Ort mit starkem Praxisbezug.
Sie verbinden fachliche Impulse mit Austausch, Fallarbeit und konkreten Handlungsperspektiven für den Arbeitsalltag der Fanprojekte.

LANGZEITFORTBILDUNG – nachhaltige Qualifizierung

Mehrmodulige Fortbildungsreihe zur vertieften Auseinandersetzung mit Gewaltprävention.
Sie ermöglicht eine langfristige Kompetenzentwicklung und die systematische Verankerung zentraler Themen im Arbeitsfeld.

DAUERSCHLEIFE – kontinuierlicher Wissenstransfer

 Begleitend zu den Veranstaltungsformaten werden Materialien und Inhalte fortlaufend aufbereitet und im Netzwerk zur Verfügung gestellt.
Dazu gehören praxisorientierte Methoden, Dokumentationen sowie Impulse aus Workshops und Expert*innenbeiträgen, die zur eigenständigen Weiterbildung und Reflexion genutzt werden können.
So bleibt Wissen dauerhaft zugänglich und kann kontinuierlich in die Praxis übertragen werden.

Termine & Angebote

Die Formate des Schwerpunkts werden über das Jahr hinweg in unterschiedlichen Konstellationen umgesetzt.
Die folgenden Termine geben einen Überblick über zentrale Veranstaltungen und Formate und richten sich an Mitarbeitende aus den Fanprojekten.

März

  • Referent*innen-Treffen
  • Auftakt Expert*innen-Gremium

April

  • TIKI TAKA – Vorstellung des Projekts
  • TIKI TAKA – Vorstellung des Projekts
  • SPIELTAG – Workshop Stadionverbote in Berlin (28.–29.04.)

Mai

  • SPIELTAG – Workshop Fanarbeit in Frankfurt (05.–07.05.)
  • KURZPASS – Workshop „Gewaltbewertung“ (Online, 18.05.)

Juni

  • SPIELTAG – Workshop BAG Süd (10.06.)
  • Expert*innen-Gremium – Fachlicher Austausch
  • TIKI TAKA – Austauschformat

September

  • SPIELTAG – Präsenzfortbildung „Resilienz & Selbstschutz“ (15.–16.09.)
  • KURZPASS – Workshop „Normalisierung des „Rechten““

Oktober

  • Zwischenbilanz & Expert*innen-Gremium
  • SPIELTAG – Workshop BAG West

November

  • TIKI TAKA – Austauschformat
  • KURZPASS– Workshop „Männlichkeiten in sozialen Medien

Weitere Termine und Inhalte werden fortlaufend ergänzt und über die Netzwerkstrukturen der KOS kommuniziert.

Umsetzung im Projekt

Das Schwerpunktprogramm wird durch eine projektbezogene Arbeitsstruktur getragen:

  • eine Projektgruppe, die Inhalte und Formate entwickelt und koordiniert
  • ein Expert*innen-Gremium, das fachliche Impulse einbringt und die inhaltliche Ausrichtung begleitet
  • Referent*innen aus Praxis und Wissenschaft, die die einzelnen Formate gestalten

Im Expert*innen-Gremium wirken unter anderem:

  • Prof. Dr. Holger Jessel, Professor für Psychomotorik in sozialpädagogischen Handlungsfeldern an der Hochschule Darmstadt
  • Thomas Hoebel, Soziologe mit den Schwerpunkten Gewalt- und Konfliktforschung sowie Organisationsentwickler, Supervisor und Coach

Ergänzt wird das Gremium durch das Team der KOS sowie Kolleg*innen aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte und damit durch Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis.

Weiterführend

Qualifikation & Innovation

Unser Fortbildungsprogramm

Aktuelle Workshops, Fortbildungen und Fachvorträge

„Gewaltprävention in der Fanarbeit heißt, Kontexte zu verändern, Beziehungen zu stärken und Haltungen zu entwickeln. Wir arbeiten an den Ursachen, nicht nur an den Symptomen – gemeinsam mit Fans, Vereinen und unserem Netzwerk.“

Komm ins Gespräch mit uns

Fragen zur KOS oder zur Fanarbeit?

Du hast Interesse an unserer Arbeit, benötigst Materialien oder möchtest mit uns ins Gespräch kommen? Wir freuen uns über Deine Nachricht – ob aus der Praxis, Politik, Medien oder Zivilgesellschaft.

Nach oben scrollen