Tagung des Trägernetzwerks der Fanprojekte

Austausch zu Zukunftsfragen der Fansozialarbeit in Frankfurt

Vertreterinnen von Fanprojekt-Trägern aus ganz Deutschland kamen am 25. und 26. Juni zum bundesweiten Trägertreffen der Fanprojekte zusammen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen der Fansozialarbeit, die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Fanprojekte sowie die Wahl eines neuen Sprecherinnen-Gremiums
des Trägernetzwerks.

Zum Auftakt des Treffens blickten die bisherigen Sprecher Steffen Kröner und Rolf Hanselmann auf die vergangenen zwei Jahre zurück. In ihrem Bericht hoben sie insbesondere die Weiterentwicklung des Trägernetzwerks zu einem eigenständigen bundesweiten Akteur hervor. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren die fachpolitische Interessenvertretung der Fanprojekt-Träger in höchsten Entscheidungsgremien, die Beteiligung an der Fortschreibung der Förderrichtlinien von DFB und DFL, die Stärkung der Vernetzung innerhalb der Fanprojektlandschaft sowie der Einsatz für eine langfristig gesicherte und auskömmliche Finanzierung der Fansozialarbeit.

In ihrem Bericht machten die Sprecher zugleich deutlich, dass die Fanprojekte vor erheblichen Herausforderungen stehen. Trotz steigender Anforderungen und wachsender Besucher*innen Zahlen in den Stadien verfügen viele Standorte weiterhin über deutlich zu geringe finanzielle und personelle Ressourcen. Hinzu kommen finanzielle Unsicherheiten in Kommunen und Ländern, die das bewährte Finanzierungsmodell der Fanprojekte zunehmend unter Druck setzen.

Ein wichtiges Signal setzte das Grußwort von Markus Haas, Geschäftsführer des Nationalen Ausschusses Sport und Sicherheit. Darin würdigte er die Fanprojekte als unverzichtbare Partner in der Präventionsarbeit rund um den Fußball. Haas betonte, dass Sicherheit nicht allein durch ordnungsrechtliche Maßnahmen entstehe, sondern vor allem durch Beteiligung, Dialog und tragfähige soziale Beziehungen. „Die Fanprojekte leisteten hierzu einen zentralen Beitrag und verdienten dafür Anerkennung und Unterstützung.“

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Podiumsdiskussion „Am Wendepunkt? Fansozialarbeit in die Zukunft gedacht“. Unter der Moderation von Dr. Heidi Giuliano-Thaler (KOS) diskutierten Vertreterinnen aus Fansozialarbeit, Wissenschaft, Polizei, Kommunen, Medien und bundesweiten Fachstrukturen über die zukünftige Ausrichtung der Fanprojektarbeit.
Auf dem Podium sprachen Rolf Hanselmann (Trägervertretung), Mirjam Lüder (Fanprojekt Cottbus), Michael Gabriel (KOS), Polizeidirektor Michael Madre und Phillip Corell (ZIS & Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz), Dr. Alex Mommert (Deutscher Städtetag), die Journalistin Mara Pfeiffer sowie die Wissenschaftlerin Stephanie Moldenhauer.
Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die Fanszenen, die Sicherung geeigneter Rahmenbedingungen für die Fanprojektarbeit sowie die Frage, wie Demokratieförderung, Teilhabe und Gewaltprävention unter sich wandelnden Bedingungen auch künftig erfolgreich gestaltet werden können. Die Diskussion machte deutlich, dass Fanprojekte als zentrale Akteure der Jugendhilfe und Präventionsarbeit im Fußball künftig eher an Bedeutung gewinnen werden und hierfür verlässliche politische und finanzielle Unterstützung benötigen.

Neues Sprecherinnen-Gremium gewählt

Im Rahmen des zweiten Veranstaltungstages wurde ein neues Sprecherinnen-Gremium gewählt.
Dem Gremium gehören künftig an:

  • Stefan Schatz (Jugend und Sport e.V.)
  • Janik Fuge (Stadt Wolfsburg)
  • Tina Kneist (Outlaw gGmbH)
  • Nina Baumann (AWO Ruhr-Mitte)
  • Torge Steen (AWO Kiel)
  • Frank Biel (Fanprojekt Zwickau e.V.)
  • Andreas Mannsbarth (IB Kassel)
  • Sascha Bonack (CVJM Oberhausen Sozialwerk gGmbH)

Das neu gewählte Gremium bestimmte Andreas Mannsbarth und Sascha Bonack zu seinen
Sprechern. Sie folgen damit auf Steffen Kröner und Rolf Hanselmann, die das Netzwerk seit seiner Gründungsphase maßgeblich geprägt haben. Bei der Verabschiedung würdigten die Teilnehmenden die Verdienste der beiden bisherigen Sprecher ausgiebig. Beide gelten als wichtige Wegbereiter des unabhängigen Trägernetzwerks und haben dessen Aufbau, fachpolitische Positionierung und bundesweite Sichtbarkeit entscheidend mitgestaltet.

Fachlicher Austausch zu zentralen Zukunftsthemen

Am zweiten Tag diskutierten die Teilnehmenden in Workshops aktuelle Herausforderungen der Fanprojektarbeit – von den Grundlagen für neue Träger über Fragen von Führung und
Personalverantwortung bis hin zu den Auswirkungen des fehlenden Zeugnisverweigerungsrechts in der Sozialen Arbeit. Deutlich wurde dabei, dass die Sicherung verlässlicher Rahmenbedingungen, die Weiterentwicklung fachlicher Standards und der Schutz der Mitarbeitenden zentrale Zukunftsaufgaben bleiben.
Mit dem neu gewählten Sprecher*innen-Gremium blickt das Trägernetzwerk zuversichtlich nach vorn. Ziel bleibt es, die Interessen der Träger zu bündeln, die Fansozialarbeit nachhaltig zu stärken und Fanprojekte als wichtigen Bestandteil von Jugendhilfe, Demokratieförderung und Präventionsarbeit im Fußball weiter zu fördern.

Pressekontakt:

Trägernetzwerk der Fanprojekte Sprecher: Andreas Mannsbarth & Sascha Bonack
E-Mail: andreas.mannsbarth@ib.de de | sascha.bonack@cvjm-oberhausen.de
Telefon: 0561/57 46 37 12 | 0208/ 30 66 39 02

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