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Die Fanprojekte 
Mitte der 80er-Jahre galt Bielefeld überregional als Synonym rechtsradikaler Fußballfans (Hooligan- und Skinheadgruppe Ostwestfalenterror). Zu jener Zeit gab es hier von 1984 bis 1986 ein erstes Fanprojekt. Dieses war damals weithin beachtet, weil Prof. Wilhelm Heitmeyer, der mittlerweile einer der bekanntesten Rechtsextremismusforscher der Republik ist, gemeinsam mit Jörg-Ingo Peter die Arbeit in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung dokumentierte (Jugendliche Fußballfans – Soziale und politische Orientierungen, Gesellungsformen, Gewalt), die immer noch zur Basisliteratur an den pädagogischen Hochschulen gehört. Hierin wurden erstmals soziale Kategorien (konsumorientierte, vereinszentrierte und erlebnisorientierte Fans) der Fußballfan- und Zuschauerkulturen erstellt, die die Vielschichtigkeit und Ausdifferenziertheit der Fanszene verdeutlichten.
Nachdem das aktuelle Bielefelder Fanprojekt 1996 unter großer öffentlicher und sozialpolitischer Anteilnahme ins Leben gerufen wurde, konnte es sich fest in der Bielefelder Fanszene und bei den institutionellen Partnern (Stadt, Land, Verein, Polizei etc.) etablieren. Mit zwei Anlaufstellen, in der Innenstadt und im Stadion auf der Alm, stehen den Fans gut frequentierte Treffpunkte zur Verfügung. Im November 2006 zog das Fanprojekt mit seiner Innenstadt-Anlaufstelle um und befindet sich nun in direkter Nähe zum Stadion, was diesen Treffpunkt vor allem für die Zeit vor und nach den Spielen noch attraktiver macht. Auch der Treffpunkt im Stadion selbst, den sich das Fanprojekt mit dem vereinsunabhängigen Dachverband der Fans (Schwarz-Weiß-Blaues Dach) teilt, wurde modernisiert und bietet den Besuchern nun mehr Platz und mehr Komfort.

Die klassischen sozialarbeiterischen Aufgabenfelder des Bielefelder Fanprojekts, dessen hauptamtliche Kräfte Jörg Hansmeier und Ole Wolff nunmehr schon seit vielen Jahren im Einsatz sind, orientieren sich eng am Fußballgeschehen. Auf der einen Seite spielen die Ereignisse rund um die DSC-Spiele der Profis (Bundesliga) sowie teilweise auch der Amateure (derzeit NRW-Liga) eine große Rolle. Es werden alle Spiele von Arminia Bielefeld begleitet und regelmäßig besondere pädagogisch betreute Fahrten zu Liga- und Länderspielen (u. a. U16-Fahrten) oder auch Großturnieren (EM, WM) organisiert. Auf der anderen Seite steht die Förderung des aktiven Fußballspiels durch eine Fan-Fußballmannschaft, die regelmäßig an Turnieren teilnimmt, oder selbstorganisierte Turniere veranstaltet. Des Weiteren organisiert das Fanprojekt mit drei Kooperationspartnern aus der Jugendhilfe seit 2002 die Bielefelder Street Soccer Tour, eine Turnierserie für 9- bis 14-Jährige, deren besonderer Abschluss die Austragung der Endspiele auf der Bielefelder Alm ist.
Eine in der Vergangenheit große Besonderheit der Bielefelder Fanprojekt-Arbeit stellte die regelmäßige Organisation internationaler Fanbegegnungen mit Fans der polnischen Partnerstadt Bielefelds, Rzeszów, dar. Aus diesen Aktivitäten sind einige interkulturelle und auch freundschaftliche Kontakte entstanden. Im Dezember 2006 war Bielefeld fünftägiger Tagungsort des deutsch-ungarischen Fachkräfteaustausches im Bereich der Fansozialarbeit, federführend organisiert von der Koordinationsstelle Fanprojekte.

Weitere Bestandteile der Arbeit sind: Förderung einer positiven Fankultur, Förderung der Selbstorganisation der Fanszene, Vernetzung beteiligter Institutionen und Gruppen, Kulturveranstaltungen, Großbildleinwandübertragungen von Fußballspielen, allgemein Gremien-, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Individual- und Gruppenberatung bei Problemen aller Art.
Jörg Hansmeier, Ole Wolff
Ellerstr. 39
33615 Bielefeld
TEL (0521) 61 060 oder 96750999
FAX (0521) 61 041
e-mail info(at)fanprojekt-bielefeld.de
Homepage www.fanprojekt-bielefeld.de
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