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Die Fanprojekte 
Viele Jahre hat es gedauert, doch nun hat es endlich geklappt und in Rostock kann mit einer Arbeit begonnen werden, die in vielen anderen Orten bereits als selbstverständlich gilt: Im Rahmen einer von der Deutschen Fußball-Liga unterstützten Vorlaufphase fiel der Startschuss für das Fanprojekt am 1. November 2007. Damals erster und einziger „Einrichtungsgegenstand“ war Projektleiter Nico Stroech. Dies sollte sich aber schnell ändern. Das Ziel für die ersten Wochen und Monate lag darin, angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen. Hierzu zählten vor allem eine gezielte Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und natürlich weiteren Mitarbeiter/innen. Einen brauchbaren Standort zu finden, erwies sich als äußerst schwierig. Umso erfreulicher, dass das Fanprojekt seit Mai 2008 in Stadionnähe sein Arbeitsdomizil gefunden hat und zugleich auch zwei weitere Kräfte eingestellt werden konnten. Die Entwicklung dieser positiven Rahmenbedingungen ist insbesondere dem AWO Sozialdienst Rostock zu verdanken, der sich als Träger in jeglicher Hinsicht für das Fanprojekt stark gemacht hat.
So gut aufgestellt konnte sich das Projekt zunehmend auch inhaltlich positionieren. Kontakte herzustellen, Beziehungsarbeiten zu leisten und Vertrauen zur Zielgruppe aufzubauen, sind an dieser Stelle von entscheidender Bedeutung. So war eines der ersten Themen, mit denen die Mitarbeiter/innen konfrontiert wurden, wie an vielen anderen Orten auch, das der Stadionverbote. Hier ließ sich schnell ein sehr großer Informations- und Nachholbedarf erkennen. In Einzellfallarbeit wird nun versucht, den Betroffenen zu helfen und nach Möglichkeiten gesucht, sie gerecht zu behandeln und möglichst in der Fanszene zu halten.

Aber nicht nur Einzelfallarbeit steht in Rostock auf der Tagesordnung, sondern auch die Einrichtung offener Angebote. So befindet sich idealerweise neben den Räumlichkeiten eine Sporthalle, die einmal in der Woche zum Fußballspielen genutzt werden kann. Weiterhin ist natürlich auch die Spieltagsbetreuung wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Da Rostock verkehrstechnisch ungünstig gelegen ist, kommen in einer Saison einige tausend Kilometer für Fans und Fanprojekt zusammen, was aber viele Hansa-Fans nicht davon abhält, an einem Montagabend mal eben 900 Kilometer nach Freiburg zu fahren. Dem Fanprojekt hilft hierbei seit Herbst 2008 ein neuer Transporter, mit dem auf die Erfordernisse sehr flexibel reagiert werden kann.
Begünstigt durch die räumliche Nähe zum Stadion werden bei Heimspielen zwei Stunden vor sowie zwei Stunden nach dem Spiel die Türen geöffnet. Bei Sonntagsspielen wird zudem die Nutzung der Räumlichkeiten zum gemeinsamen Frühstück angeboten. Neben der Begleitung der Heim- und Auswärtsspiele des FC Hansa Rostock wird versucht, ein bis zwei U16-Fahrten pro Halbserie zu organisieren. Zusätzlich werden Beratung und Hilfestellung bei privaten Problemen angeboten und gegebenenfalls eine Vermittlerrolle bei Konflikten mit verschiedenen Institutionen und Behörden (Verein, Polizei, Sicherheitsdienst, Schule, Jobcenter etc.) eingenommen. Die sehr gute Zusammenarbeit mit der Fanbetreuung des FC Hansa Rostock, insbesondere mit dem Fanbeauftragten Axel Klingbeil, basiert auf einem vertrauensvollen Kontakt und Austausch über den Spieltag hinaus.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird durch Diskussions- und Podiumsveranstaltungen versucht, das Fanprojekt mit seiner konzeptionellen Ausrichtung bekannt zu machen, denn bedauerlicherweise kommt es durch den beim FC Hansa Rostock angesiedelten Fanklub Hansafanprojekt e. V. bei einer Vielzahl von Fans, aber auch in der regionalen Medienlandschaft bis dato noch regelmäßig zu Verwechslungen.
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Fanprojekt Rostock
Susanne Binsch, Martin Brochier, Nico Stroech (Leitung)
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18057 Rostock
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