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Die Fanprojekte 
Seit 1992 ist das Bochumer Fanprojekt als erstes Modell einer Trägerkooperation der Arbeiterwohlfahrt mit dem Jugendamt (Streetwork) der Stadt Bochum aktiv. Die erste Bundeskonferenz der Fanprojekte fand 1993 in Bochum statt. Hierbei stand die Zaundebatte verbunden mit der Forderung nach einem Rückbau der „Spielumfriedungen“ im Mittelpunkt der Diskussionen.
Aus der „Käfighaltung“ sollte so ein für die Zuschauer gastfreundlicherer Aufenthaltsort werden. Damals noch unverstanden und belächelt, hat sich diese Initiative aus den Reihen der Fanprojekte als äußerst zukunftsorientiert erwiesen – abzulesen an der Zahl der Stadien, in denen der Zaun mittlerweile gefallen ist.

Kennzeichnend für die Bochumer Fansozialarbeit ist die Aufgliederung der Mitarbeiter/innen nach spezifischen Szenen (U16/18, Ultras, Fanklubs). Derzeit arbeiten im Bochumer Fanprojekt Benjamin Bödecker, Thomas Fischer, Ange Kirstein und Ralf Zänger. Um die Integration der unterschiedlichen Szenen zu fördern, findet u. a. jedes Jahr das in der Fanszene fest etablierte Fußballturnier Hallenzauber statt. Der Stellenwert dieser Veranstaltung ist nach mittlerweile 16 Jahren in der Fanszene ungebrochen hoch.
Aktuell liegt der Schwerpunkt der Arbeit des Fanprojekts auf der Präventionsarbeit mit jüngeren Fußballfans, die sich hauptsächlich der Ultraszene zuordnen. In diesem Zusammenhang wird u. a. die Verzahnung von intensiver Einzelhilfe und sozialer Gruppenarbeit mit dem Ziel der Rückbindung jugendlicher Fans in intakte soziale Milieus und Vereinssportangebote praktiziert. Beispiele hierfür sind U16- und U18-Auswärtsfahrten sowie ein regelmäßiges Hallenfußballangebot für die Teilnehmer/innen der Fahrten. Ein weiteres Projekt stellt die rewirpower streetsoccer challenge dar, die durch den lokalen Energieversorger, die Stadtwerke Bochum, finanziert wird.
Im Rahmen des 15-jährigen Jubiläums fand im Jahr 2007 eine weitere bundesweite Fanprojekte-Tagung in Bochum statt, bei der die Präsentation des Projekts Soccer meets learning – Lernen an außergewöhnlichen Orten im Mittelpunkt stand. Dieses innovative Lernprojekt, das sich an Schüler/innen an Haupt- und Förderschulen richtet, bildet mittlerweile einen weiteren Arbeitsschwerpunkt in Bochum sowie in anderen Fanprojekt-Standorten.

Darüber hinaus wurde im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Kooperation mit den Fanprojekten in NRW die Streetsoccer-WM-Tour initiiert, die im Hinblick auf die Euro 2008 fortgesetzt wurde. Die Tour 2008, die an den zehn Fanprojekt-Standorten in NRW stattfand, stand unter dem Motto Kick racism out und betonte insbesondere den Aspekt der Gewaltprävention und der Integration. Gerade in Zeiten leerer Kassen stellt die beschriebene Projektorientierung des Bochumer Fanprojekts im Zusammenhang mit dem Social Sponsoring der Kooperationspartner eine gute Chance für die Umsetzung wichtiger pädagogischer Projekte dar.
Das Bochumer Fanprojekt verfügt über einen mobilen Treff mit Bolzplatz, der sich in der Nähe des Ruhrstadions befindet und zur Durchführung von freizeitpädagogischen Angeboten genutzt wird. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit initiierte das Fanprojekt zudem themenbezogene Ausstellungen. Nach dem großen Erfolg der Ausstellung Tatort Stadion – Rassismus und Diskriminierung im Fußball in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) im Jahr 2002 mit über 6.000 Besuchern verzeichnete auch die Ausstellung Vom Spielkaiser zu Bertis Buben: Zur Geschichte des Fußballspiels in Deutschland (2003) in Kooperation mit der Volkshochschule Bochum eine äußerst positive Resonanz.
Benjamin Bödecker, Thomas Fischer, Angé Kirstein,
Ralf Zänger (Leitung)
Stühmeyerstr. 33
44777 Bochum
Tel (0234) 910 51 72
Fan-Treff/MOT Tel (0234) 95 86 85
e-mail Fanprojekt-Bochum(at)web.de
Hompage www.fan-projekt-bochum.de
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